02. April | Welt-Autismus-Tag

02. April | Welt-Autismus-Tag

An diesem Tag finden weltweit verschiedene Aktionen statt, die das Ziel haben, über Autismus aufzuklären.
Eine dieser Aktionen ist es, die Welt in die Farbe Blau zu tauchen.

Durch die blaue Beleuchtung öffentlicher Gebäude soll der Blick auf die Diagnose Autismus gelenkt werden.

Warum Blau?

Diese Symbolisierung entstand aus einem Blog Beitrag einer Mutter eines autistischen Kindes. „Mein Junge blau“ ist ein Versuch, die Vielfältigkeit und die Herausforderungen die Menschen aus dem Spektrum und ihre Familien jeden Tag erleben:

Blau wie der Ozean an einem Sommertag und dunkelblau wie das stürmische Wasser.

Menschen aus dem Spektrum und ihre Familien erleben es immer wieder überall im Alltag:
Mythen, Klischees und Unwissen. Ein Wunsch, der immer wieder genannt wird: Verstanden werden! Aber auch selbst verstehen!

Hierzu ist es notwendig, anzuerkennen:

Jeder Mensch ist anders und einzigartig. Es gilt: „Kennst du einen, kennst du einen“

Sensibilisieren und neugierig machen!

Mit verschiedenen Beiträgen und Informationen möchten wir Sie gerne sensibilisieren und neugierig machen, zu verstehen. Es gibt eine Auswahl an lesenswerten Büchern, klein Beiträge aus unserem Team und von unseren Klienten. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen und Entdecken!

Ursula Poethkow, Leitung Autismus Ambulanz

  • Autistin - Drogies, Heike
  • Früher war ich falsch, heute bin ich anders - Winkelmann, Regine
  • Asperger – Leben in zwei Welten. Betroffene berichten: Das hilft mir in Beruf, Partnerschaft & Alltag - Preißmann, Dr. Christine
  • Das Rosie-Projekt - Simsion, Graeme
  • Das Ausmalbuch für Autisten und andere Detailverliebte - Myers, Peter
  • Emil ständig unter Strom. Betrachtung der Autismus-Spektrum-Störung im Spannungsfeld der zwischenmenschlichen Interaktion - Britta Seger
  • Schüler mit Autismus-Spektrum-Störungen. Innen- und Außenansichten mit praktischen Tipps für Lehrer, Psychologen und Eltern - Schuster, Nicole
  • Frühförderung Autismus. Strategien – Übungen – Materialien - Cornago, Anabel
  • Colines Welt hat neue Rätsel. Alltagsgeschichten und praktische Hinweise für junge Erwachsene mit Asperger-Syndrom - Schuster, Nicole
  • Schattenspringer. Wie es ist, anders zu sein - Schreiter, Daniela
  • Der Junge, der zu viel fühlte - Wagner, Lorenz
  • Ein guter Tag ist ein Tag mit Wirsing - Schuster, Nicole
  • Aufs Klo, fertig, los! Toilettentraining von Kindern mit Autismus und anderen Entwicklungsstörungen - Batts, Brenda
  • Warum manchmal ein Brett vorm Kopf klebt und wieso man im Sitzen miteinander gehen kann. Ratgeber für Jugendliche mit Autismus - Schneider, Karla; Köneke, Vanessa
  • Überraschend anders – Mädchen & Frauen mit Asperger - Preißmann, Dr. Christine
  • Autistischen Kindern Brücken bauen. Ein Elternratgeber - Janert, Sibylle
  • Was ist mit Tom? Geschichten zur Aufklärung über Autismus (Aspergersyndrom) in Kindergarten und Grundschule - Seger, Britta
  • Autismus. Das Selbsthilfebuch - Lipinski, Silke
  • Ein Freund namens Henry. Die ungewöhnliche Freundschaft zwischen meinem autistischen Sohn und seinem Hund - Gardner, Nuala
  • Und dann kam Billy. Die Geschichte einer wunderbaren Freundschaft - Booth, Louise
  • Supergute Tage oder die sonderbare Welt des Christopher Boone - Haddon, Mark
  • Autismus – (m)eine andere Wahrnehmung - Vero, Gee
  • Ein Kaktus zum Valentinstag. Ein Autist und die Liebe - Schmidt, Peter
  • Buntschatten und Fledermäuse. Mein Leben in einer anderen Welt - Brauns, Axel

"Ein farbenfrohes Spektrum oder eine besondere bunte Brille"

Die Kolleginnen aus der Autismus Ambulanz haben ihre Klientinnen gerfragt, ob sie ein Bild zum Thema Autismus malen wollen. Die folgenden Bilder sind in einer Therapie Stunde entstanden. Anschließend haben die Schülerinnen und Schüler im Alter von 10 bis 17 Jahren ihre Gedanken zu ihren Bildern aufgeschrieben.

Wale im blauen Meer

Oke, 10 Jahre alt:

Oke gefällt sehr gut, dass die Farbe Blau für Autismus steht und dass damit das Blau des Meeres gemeint ist. Wenn alles friedlich und leicht ist und alles gut läuft, ist das Meer für Oke hellblau und leuchtend und wenn es mal im Leben schwierig ist, dann erinnert das an Sturm und hohe Wellen. Auf dem Bild sieht man ein sehr bewegtes Meer in dem sich Wale im Sonnenaufgang tummeln.

Durch die bunte Brille

Aussagen zu Autismus von zwei Klientinnen, 15 und 17 Jahre alt:

Autismus ist sehr individuell und wird ganz unterschiedlich wahrgenommen. Für den einen ist ein farbenfrohes Spektrum mit vielen unterschiedlichen Facetten und Formen und für den anderen ist eine ganz besondere bunte Brille, die einen differenzierten Blick auf das Leben und die Welt erlaubt.

Ein ganz normaler Junge

Stefan*, 14 Jahre alt:

Die Aussage dieses Bildes ist: Ich bin ein ganz normaler Junge und ein kleiner Teil von mir ist Autismus. Es ist gar nicht schlimm, Autist zu sein, denn anders zu sein ist normal – jeder ist schließlich anders. Das Gehirn eines Autisten verarbeitet die Informationen im Gehirn anders als es das Gehirn eines nicht-Autisten macht, man kann das mit einem unterschiedlichen Computersystem vergleichen und Autismus bedeutet auch, dass man spezielle Fähigkeiten und Stärken hat. Autist zu sein ist völlig in Ordnung!

*Name geändert

Warum ich gerne mit Autisten arbeite

Die Kolleginnen aus der Autismus Ambulanz haben sich darüber Gedanken, warum sie ihren Beruf bzw ihre Tätigkeit als interessant, abwechslungsreich und wertvoll empfinden.

Nimm mich mit!

Ich versuche dich mitzunehmen.
Mitzunehmen in eine Welt die ich gut verstehe, die die meisten gut verstehen, wo Regeln ohne Worte und Absprache und Erklärungen gelten, weil sie immer gelten und jeder sie versteht und weiß wie er sich wann und wo verhalten kann und soll.

Ich versuche dich mitzunehmen,
mitzunehmen in eine Welt, die voller Reize und Eindrücke ist,
die ich im Moment eines Wimpernschlags aufnehme, filtere und verstehe.
Mich im Raum, in der Zeit und jeder Umgebung zurechtfinde und dies scheinbar nebenbei.

Ich versuche sie mitzunehmen,
sie die dein Leben, dein Gehen und Stehen und Wachsen begleiten und dich in dem Stärken, was für dich gut und richtig ist.
Es ist manchmal schwer, dich und deine Welt zu erklären, es gelingt nicht immer, aber die, die dich Lieben gehen deinen Weg mit dir gemeinsam.

Ich versuche auch die mitzunehmen, die nicht verstehen können und wollen.
Hier müssen wir beide geduldig sein. Es ist eben manchmal nicht einfach Dinge zu verstehen, die so schwer zu begreifen, zu sehen sind.

Der Schlüssel ist jedoch der, dass du mich mitnimmst.
Du nimmst mich mit auf eine Reise in eine Welt die ich manchmal glaube zu verstehen, bis ich wieder mal feststelle, dass ich sie nie ganz begreifen werde.
Deine Sicht auf die Welt ist anders, so einzigartig und - wenn ich mich darauf einlassen - einfach nur eine unglaubliche Bereicherung.

Und dafür möchte ich einfach mal Danke sagen. Danke, dass ich ein kleines Stück deines Weges mit dir gehen darf.

Claudia Neeten

Jeder Tag eine Bereicherung

Die therapeutische Arbeit mit autistischen Kindern und Jugendlichen hat meine Sicht auf das Leben bunter und vielfältiger gemacht und ich empfinde meine Arbeit jeden Tag als Bereicherung. Alle Klienten sind unterschiedlich und jede Therapie ist individuell auf das jeweilige Kind oder den Jugendlichen bzw. die Jugendliche abgestimmt und bezieht auch das gesamte System Familie und Schule mit ein, was die Arbeit sehr vielseitig und abwechslungsreich macht. Es macht mir sehr viel Freude, meine Klienten auf ihrem Weg zu begleiten und zu erleben, wie Dinge, die früher schwer gefallen sind, leichter werden. Ein ganz besonderes Gefühl ist es, wenn meine therapeutische Hilfe nicht mehr benötigt wird. Der Abschied fällt schwer, aber gleichzeitig ist ein wunderschönes Gefühl, wenn der gemeinsame Weg zum Ziel geführt hat.

Katharina hat ein kunterbuntes Freude-Bild gestaltet, um ihre Freude über die erzielten Erfolge in der Therapie darzustellen. Katharina hat gelernt, ihren Autismus zu verstehen und als Teil ihres Ichs zu akzeptieren. Sie hat ihre Stärken und Schwächen kennengelernt und kann mittlerweile mit Überzeugung sagen: „Ich bin gut so wie ich bin!“ In der Therapie hat Katharina viele praktische Dinge erlernt und geübt und am Ende in den Alltag übertragen, so dass sie ihre früheren Schwierigkeiten überwunden hat. Die Therapie hat ihr auch gezeigt, dass sie nicht allein ist, sondern dass es viele Kinder und Jugendliche gibt, die auch Autisten sind.

Mich hat dieses Freude-Bild als Therapeutin sehr berührt, ich bin jeden Tag froh, dass ich Kinder und Jugendliche auf ihrem Weg begleiten darf!

Susanne Lemke, Autismus Therapeutin  

Überraschungen bedeuten unerwartete Freude!

Die Arbeit hier in der Autismus Ambulanz in Buxtehude ist vor allem eins - Vielfältig! Kein Tag ist wie der andere, jede Therapie ist individuell und wird gemeinsam gestaltet. Jedes Klein-, Kindergarten- und Schulkind, jede/r Jugendliche und junge Erwachsene hat seine/ihre eigene Persönlichkeit und einzigartige Stärken, die der Arbeit Lebendigkeit verleihen. Gleichzeitig führt diese Individualität und Unvorhersehbarkeit zu unzähligen Überraschungen - Und Überraschungen bedeuten unerwartete Freude!

Janina Winter, Studentische Praktikantin der Autismus Ambulanz

Ursula Poethkow

Leitung Autismus Ambulanz

Tel. 04161 – 74 30 -550

Fax 04161 - 74 30 -115

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