Welt-Autismus-Tag am 2. April
Am 2. April ist Welt-Autismus-Tag. In unserer Autismus-Ambulanz erleben wir jeden Tag, wie unterschiedlich Menschen im Spektrum die Welt wahrnehmen. Zwei Kinder haben uns beschrieben, wie sich das für sie anfühlt – und wie wichtig es ist, zuzuhören und sich Zeit zu nehmen.
Am 2. April ist Welt-Autismus-Tag. Ein Tag, der darauf aufmerksam macht, wie unterschiedlich Menschen die Welt wahrnehmen – und was es braucht, damit Teilhabe gelingt.
In unserer Autismus-Ambulanz sprechen wir täglich mit Kindern und Jugendlichen im Autismus-Spektrum. Dabei wird schnell klar: Es gibt nicht den einen Autismus.
Ein Junge beschreibt es so:
Er nimmt nicht alles gleichzeitig wahr. Kann sich Dinge gut merken. Ein Plan hilft ihm, den Überblick zu behalten. Blickkontakt fällt ihm schwer. Und manchmal wird es einfach zu viel im Kopf.
Ein anderes Kind erlebt es genau anders:
Alles kommt gleichzeitig an. Licht, Geräusche, Gedanken, Gefühle anderer Menschen. Es merkt sofort, wenn es jemandem nicht gut geht, und möchte helfen. Aber die passenden Worte sind nicht immer da. Gleichzeitig sind da viele Ideen, viele Gedanken – und der Wunsch, dass jemand zuhört.
Diese Unterschiede zeigen, worum es geht:
Autismus ist kein festes Bild, sondern ein Spektrum.
Der Welt-Autismus-Tag macht genau das sichtbar.
Es geht nicht darum, Menschen zu erklären – sondern zuzuhören.
Was hilft?
Zuhören.
Zeit lassen.
Nicht alles bewerten.
Und Menschen nicht in Schubladen stecken.
Mehr über unsere Arbeit: Autismus-Ambulanz der Lebenshilfe Buxtehude
„Kennst du einen, dann kennst du einen.“
Dieser Gedanke steckt auch in einem Song, der bei uns entstanden ist.
Er greift auf, was viele beschreiben:
Du schaust mich an, doch siehst du mich?
Ich bin nicht stumm, nur anders still.
Die Welt ist laut, ich filter sie,
weil ich nicht alles spüren will.
Kennst du einen, dann kennst du einen
ich bin ich und nicht wie sie.
Musik: Suno
Text: Nils Klensang