Geschichte

Unsere Geschichte

„Unsere Tochter war gut 1 ¼ Jahre alt, da bekamen wir die Aufforderung, mit ihr zur Pockenschutzimpfung zu kommen. Dort sagte mir der Arzt: „Aber Ihr Kind kann nicht geimpft werden, es ist schwachsinnig.“ Auf mein entsetztes Gesicht hin fragte er erschrocken: Hat Ihnen niemand gesagt, dass Ihr Kind mongoloid ist?“…

In den 50er Jahren war das Bild des geistig Behinderten in der Öffentlichkeit kaum bekannt und man sprach auch nicht darüber…

Ich weiß inzwischen aus Gesprächen mit anderen betroffenen Eltern, dass es ihnen ähnlich erging. Es fehlte der Außenwelt der Mut, uns Eltern zu sagen, dass unser Kind behindert ist. Es folgte eine Zeit der Verzweiflung, der Hilflosigkeit, der Resignation und des inneren Aufbegehrens…. Wir fühlten uns total allein gelassen.

Nachdem ich wieder einmal verzweifelt unsere Kinderärztin nach dem „Weiter“ fragte, gab sie mir die Adresse einer ebenfalls betroffenen Familie.

Das war 1962 und unsere Tochter war inzwischen 4 Jahre alt…

Am Anfang standen 30,45 Mark

„Im Ratskeller fand am 28. August 1962 die Gründungsversammlung statt. Anwesend waren 18 Personen. Eine freiwillige Sammlung erbrachte 30,45 Mark. Das war das Anfangskapital der Buxtehuder Lebenshilfe.

Am 5. Oktober 1962 wurde der Verein ins Vereinsregister eingetragen unter der Bezeichnung „Lebenshilfe für das geistig behinderte Kind, Ortsverein Buxtehude und Umgebung“.
Im Februar 1964 begannen wir mit der Betreuung von zehn Kindern einmal wöchentlich für zwei Stunden…“

(Frau Ilse Aldag, Gründungsmitglied der Lebenshilfe Buxtehude)