|
Eine Besonderheit in der Schullandschaft in Niedersachsen ist, dass es neben den staatlichen „Förderschulen für geistige Entwicklung“ staatlich anerkannte Tagesbildungsstätten gibt.
Um die Gleichwertigkeit beider Einrichtungen herauszustellen, verfügte der damalige Kultusminister Busemann im April 2007, dass Tagesbildungstätten auch den Namen „Schule“ führen dürfen.
Bei der Suche nach einem geeigneten Schulnamen fiel immer wieder der Name Karl-Hermann Gerloff. Nur – er musste noch davon überzeugt werden, seinen Namen für die Schule „herzugeben“.
Nach einem einstimmigen Votum im Aufsichtsrat willigte er schließlich ein- und das war gut so!
Wer ist nun die Person Kalle Gerloff?
Karl-Hermann Gerloff, Jahrgang 1937, ist ein Buxtehuder Urgestein.
Von 1953 bis zum Jahr 2001 war er in der Verwaltung der Stadt Buxtehude tätig, zuletzt als stellvertretender Stadtdirektor.
Seine Verbundenheit mit der Lebenshilfe entwickelte sich wie folgt:
„Wer in der Verwaltung was werden will, kann nicht nur an seinem Stuhl kleben und den Bleistift spitzen....“
Dieser Ausspruch ist über 40 Jahre alt. Er stammt von dem damaligen Stadtdirektor Albrecht und galt einem jungen Verwaltungsinspektor namens Karl-Hermann Gerloff.
Kalle Gerloff sollte – Mitte der 60er Jahre - einem kleinen, jungen Verein namens Lebenshilfe auf die Sprünge helfen. Da waren junge Eltern, die ihre behinderten Kinder nicht mehr verstecken wollten, die wollten, dass ihre Kinder bestmöglich gefördert werden. Aber sie brauchten selbst Hilfe.
Der Stadtdirektor damals sinngemäß: „Die brauchen einen Profi, der die wichtige Aufgabe der Vereinsarbeit übernimmt. Du gehst da hin!“
Er tat, was ihm aufgetragen wurde.
Er trat in den Verein ein, wurde in den Vorstand gewählt und half so beim Aufbau des Vereins.
Dieses Ehrenamt hat ihn nicht mehr losgelassen – auch nachdem er in der Verwaltung die Leiter immer höher stieg – Karriere machte - und er es sicher gar nicht mehr nötig gehabt hätte, diese ehrenamtliche Arbeit zu tun.
So hat Karl-Hermann Gerloff von Juni 1968 bis Juni 1997 Jahre als ehrenamtlicher Geschäftsführer und bis heute als erster Vorsitzender in der Lebenshilfe Buxtehude gewirkt.
Vieles ist leise und im Hintergrund geschehen, aber ohne ihn wäre die Entwicklung der Integration in Buxtehude so nicht denkbar gewesen.
Karl-Hermann Gerloff, der Menschenfreund und stille Stratege, wird oft liebevoll Kalle genannt.
Er hat die Geschicke der Lebenshilfe Buxtehude entscheidend geprägt.
Deshalb trägt die Schule zurecht seinen Namen: Kalle-Gerloff-Schule.
|